Wenn geringe Kenntnisse der neuen Medien der Demokratie schaden

inklusor/ Juni 16, 2015

Gedanken zu der Sitzung der AG „Barrierefreie Kommunikation und Information, Öffentlichkeitsarbeit“

Meine Gedanken kommen immer sehr langsam: Viele Menschen haben dasselbe Problem.

Während einer Diskussion brauche ich Zeit, um meine Gedanken zu formulieren.Wenn die Zeit drängt, geht mein Kopf in Kurzschluss.

Jede Versammlung ist bisher an einem bestimmten Ort und einem (meist eingeschränkten) Zeitraum geführt worden, so dass ich es trotz meiner Bemühungen nicht schaffe, eine aktivere Rolle in allen Diskussionen zu haben.

Das passiert mir nicht, wenn ich zu einem Thema etwas lesen und danach in aller Ruhe darüber nachdenken kann.

Können wir heute diese Barriere überwinden? Können wir die demokratische Teilnahme erweitern?

Die Antwort ist positiv: wir könnten.

Internet und insbesondere soziale Netzwerke können diese Barrieren überwinden, aber dafür muss man die Angst, die viele Menschen vor diesem neuen Medium haben, erst einmal überwinden.

Während der Diskussion bei der Sitzung der AG „Barrierefreie Kommunikation und Information, Öffentlichkeitsarbeit“ hat unser Verein eine Lösung vorgeschlagen: Wir möchten mehr Beteiligung am Aktionsplan Inklusion der Stadt Trier, also könnten wir die Debatte nicht nur an einem bestimmten Ort und Zeit planen, sondern die Diskussion auch auf die sozialen Netzwerke erweitern.

Die ideale Seite für einen solchen erweiterten Diskussionsrahmen könnte die Website der Stadt Trier sein oder/und eine spezifische Facebook Seite. Zu diesem Vorschlag wurde sofort ein Einwand erhoben: Man könne eine solche Seite nicht rund um die Uhr überwachen, um eventuellem Missbrauch zu verhindern.

Meine Fragen dazu sind einfach: Sollten wir, wegen einem potentiellen Missbrauch den demokratischen Prozess aufgeben? Gibt es überhaupt so furchterregende Risiken, die gegen die Ausweitung des Diskurses zur Inklusion sprechen? Ist das Thema Überwachung und Zensur möglicher Missbräuche so unverzichtbar? Die Antwort auf all diese Fragen ist meiner Meinung nach immer: Nein!

Wir müssen und dürfen keine Angst vor dem demokratischen Prozess haben, und die Möglichkeiten, die uns die neuen Medien bieten, sollten niemals wegen persönlicher Ängste aufgegeben werden.

Daniele Barbi